Audemars Piguet Royal Oak, Patek Philippe Nautilus und Girard-Perregaux Laureato: Alle drei Modelle stammen aus den 1970er-Jahren, besitzen ein integriertes Armband und prägen bis heute das Bild der luxuriösen Sportuhr. Während die Royal Oak und Nautilus längst zu begehrten Sammlerobjekten geworden sind, steht die Laureato deutlich seltener im Mittelpunkt. Dabei hat Girard-Perregaux mit ihr eine eigenständige Uhr geschaffen, deren Geschichte eng mit den technischen Umbrüchen der Schweizer Uhrenindustrie verbunden ist. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Konstruktion, die Kaliber und die verschiedenen Generationen.

Inhalt des Artikels:
- 1975: Eine Sportuhr mit ungewöhnlichem Antrieb
- Vom Quarzmodell zur mechanischen Laureato
- Achteckige Lünette, rundes Gehäuse: Das Design der Laureato
- Manufakturkaliber GP01800: Was steckt in der Laureato?
- Laureato Chronograph: Sportlichkeit trifft Technik
- Laureato Absolute: Eine andere Interpretation
- Laureato Skeleton: Das Uhrwerk im Mittelpunkt
- Warum steht die Laureato im Schatten von Royal Oak und Nautilus?
- Eine eigenständige Luxussportuhr mit Geschichte
1975: Eine Sportuhr mit ungewöhnlichem Antrieb
Als Girard-Perregaux 1975 seine neue Sportuhr präsentierte, war das Konzept einer luxuriösen Edelstahluhr noch jung. Die Royal Oak von Audemars Piguet war erst drei Jahre zuvor erschienen, die Nautilus von Patek Philippe sollte 1976 folgen. Doch während diese beiden Modelle auf mechanische Uhrwerke setzten, entschied sich Girard-Perregaux für Quarztechnik.
Die erste Laureato war mit dem Quarzkaliber 705 ausgestattet. Bereits 1971 hatte die Manufaktur aus La Chaux-de-Fonds mit dem Kaliber GP350 einen wichtigen technischen Standard etabliert: eine Quarzfrequenz von 32.768 Hertz, die bis heute bei den meisten Quarzuhren verwendet wird. Die Entscheidung für ein elektronisches Werk war 1975 keineswegs ungewöhnlich, denn Quarz galt als besonders präzise und zukunftsweisend.
Auch gestalterisch besaß das Modell eine klare Identität. Eine polierte achteckige Lünette saß auf einem runden Gehäuse, das fließend in ein integriertes Armband überging. Frühe Ausführungen kombinierten Edelstahl mit Gelbgold und griffen damit die Vorliebe der Epoche für Bicolor-Uhren auf. Anders als häufig vermutet, stammt der Entwurf nicht von Gérald Genta: Girard-Perregaux entwickelte das Design im eigenen Haus.
Gérald Genta – Designer der Royal Oak und Nautilus
Der Designer Gérald Genta hat mit seinen Entwürfen der legendären Royal Oak und der Nautilus die Welt der Luxusuhren entscheidend geprägt. Wer war dieser grandiose Designer und was sind seine legendärsten Uhrenmodelle?
Vom Quarzmodell zur mechanischen Laureato
Die Laureato veränderte sich über die Jahrzehnte mehrfach. 1984 erhielt sie ein überarbeitetes Armband mit gewölbten, polierten Zwischengliedern. Mit der Einführung des flachen Automatikwerks GP3100 im Jahr 1995 begann schließlich ihre mechanische Ära.
Unter der Führung des ehemaligen Rennfahrers Luigi Macaluso, der Girard-Perregaux seit 1992 leitete, gewann die Marke wieder stärker an Profil. Die Laureato wurde zum Ausgangspunkt für technisch anspruchsvollere Varianten. 1996 folgte ein Chronograph, später erschienen Modelle mit Tourbillon. Die Laureato EVO3 von 2003 trieb den sportlichen Charakter mit größeren Gehäusen und markanteren Proportionen weiter voran.
Zum 225-jährigen Jubiläum der Manufaktur kehrte Girard-Perregaux 2016 mit einer auf 225 Exemplare limitierten Laureato zum zurückhaltenden ursprünglichen Design zurück. Ein Jahr später entstand daraus eine reguläre Kollektion mit unterschiedlichen Gehäusegrößen und Komplikationen.
Achteckige Lünette, rundes Gehäuse: Das Design der Laureato
Der Reiz der Laureato liegt vor allem im Zusammenspiel geometrischer Formen. Die achteckige Lünette wirkt durch ihre abgerundeten Übergänge weniger kantig als die einer Royal Oak. Darunter sitzt ein kreisförmiger Gehäusemittelteil, dessen Linien in das Armband übergehen.
Hinzu kommt das charakteristische Clous de Paris Muster auf vielen Zifferblättern. Seine kleinen, pyramidenförmigen Erhebungen erzeugen je nach Lichteinfall unterschiedliche Reflexionen. Wie stark diese Details den Charakter einer Uhr verändern, zeigen zwei Modelle besonders anschaulich. Die Laureato 42 mm, Referenz 81010-11-131-11A, verbindet ein silberfarbenes Zifferblatt mit Edelstahlgehäuse und integriertem Stahlarmband. Bei der Referenz 81010-11-3153-1CM sorgt dagegen ein grünes Zifferblatt mit dunklen Zeigern und Indizes für einen moderneren Auftritt.
Mit rund 10,7 mm Bauhöhe bleibt die klassische Laureato 42 mm vergleichsweise flach. Dennoch sollten Sie bei der Auswahl nicht nur die Gehäusegröße betrachten: Bei integrierten Armbändern beeinflussen auch die ersten Bandglieder, wie die Uhr am Handgelenk sitzt.

Manufakturkaliber GP01800: Was steckt in der Laureato?
In den beiden genannten 42-mm-Modellen arbeitet das automatische Manufakturkaliber GP01800. Es besteht aus 191 Komponenten, schlägt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet mindestens 54 Stunden Gangreserve.
Durch den Saphirglasboden lässt sich die Finissierung betrachten. Perlierungen auf der Grundplatine, Genfer Streifen auf den Brücken und dekorierte Oberflächen am Rotor verdeutlichen den Anspruch der Manufaktur. Auch ein Sekundenstopp und eine Datumsschnellverstellung gehören zur Ausstattung.
Zum 50. Jubiläum der Laureato führte Girard-Perregaux 2025 zudem das neu entwickelte Kaliber GP4800 ein. Es besitzt unter anderem eine Siliziumhemmung und eine Unruh mit variabler Trägheit. Zunächst kam es in der limitierten Laureato Fifty mit 39 mm Durchmesser zum Einsatz. 2026 wurde die Linie um weitere Modelle mit 36 und 39 mm erweitert.
Laureato Chronograph: Sportlichkeit trifft Technik
Wer eine komplexere Laureato sucht, findet im Chronographen eine interessante Alternative. Die Referenz 81020-11-131-11A kombiniert ein silberfarbenes Clous de Paris Zifferblatt mit drei schwarzen Hilfszifferblättern und gebläuten Zeigern.
Das Automatikwerk GP03300 besitzt in dieser Chronographenausführung 419 Komponenten und 63 Lagersteine. Es bietet eine Gangreserve von etwa 46 Stunden. Ein 30-Minuten-Zähler bei 9 Uhr, ein 12-Stunden-Zähler bei 6 Uhr und die kleine Sekunde bei 3 Uhr strukturieren das Zifferblatt. Das Datum liegt zwischen 4 und 5 Uhr.
Bemerkenswert ist außerdem die Verwendung von Edelstahl 904L, einer besonders korrosionsbeständigen Legierung. Trotz der Chronographenmechanik bleibt das Gehäuse mit rund 12 mm relativ schlank.
Laureato Absolute: Eine andere Interpretation
Deutlich kompromissloser wirkt die Laureato Absolute. Bei der auf 88 Exemplare limitierten Absolute Wired, Referenz 81060-36-694-FH6A, verwendet Girard-Perregaux ein 44 mm großes Gehäuse aus sogenanntem Carbon Glass. Das Material erzeugt eine individuelle Struktur aus dunklen und blauen Partien.

Die Uhr wiegt inklusive Kautschukarmband lediglich rund 94 Gramm. Zum Vergleich: Der klassische Laureato Chronograph aus Stahl bringt etwa 172 Gramm auf die Waage. Im Inneren arbeitet ebenfalls ein Chronographenkaliber der GP03300-Familie.
Mit 15,15 mm Bauhöhe und 50 Metern Wasserdichtigkeit unterscheidet sich die Absolute Wired auch funktional deutlich von der klassischen Laureato.
Laureato Skeleton: Das Uhrwerk im Mittelpunkt
Eine weitere Facette der Kollektion zeigt die Laureato Skeleton, Referenz 81015-11-001-11A. Girard-Perregaux verzichtet hier auf ein geschlossenes Zifferblatt und legt die Architektur des Uhrwerks offen.
Das skelettierte GP01800 besteht aus 173 Komponenten. Anthrazitfarbene Brücken und rhodinierte Räder schaffen Kontraste, während die kleine Sekunde bei etwa 10 Uhr angeordnet ist. Trotz der offenen Konstruktion bewahrt die 42-mm-Uhr mit ihrem integrierten Stahlarmband die charakteristische Laureato-Form.
Die Skeleton-Version verdeutlicht, dass sich die Kollektion längst nicht mehr auf klassische Dreizeigeruhren beschränkt.
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Warum steht die Laureato im Schatten von Royal Oak und Nautilus?
An der historischen Bedeutung allein lässt sich die unterschiedliche Wahrnehmung kaum erklären. Auch Girard-Perregaux blickt auf eine lange Manufakturgeschichte zurück. Die Wurzeln reichen bis zu Jean-François Bautte im Jahr 1791, während die Marke Girard-Perregaux 1856 aus der Verbindung von Constant Girard und Marie Perregaux entstand.
Entscheidender ist vermutlich, dass Royal Oak und Nautilus über Jahrzehnte eine besonders starke gestalterische und kulturelle Identität aufbauen konnten. Beide sind eng mit Gérald Genta verbunden und genießen eine enorme öffentliche Präsenz. Die Laureato durchlief dagegen mehrere gestalterische Richtungswechsel und fand erst mit der Neuauflage von 2016/2017 zu ihrer heutigen Form zurück.
Das wirkt sich auch auf den Markt aus. Während bestimmte Royal-Oak- und Nautilus-Referenzen hohe Sammleraufschläge erzielen, sind viele Laureato-Modelle auf dem Sekundärmarkt deutlich zugänglicher. Allerdings sollten Käufer daraus keine pauschalen Rückschlüsse auf die Wertstabilität ziehen. Referenz, Zustand, Nachfrage und Kaufpreis bleiben entscheidend.

Eine eigenständige Luxussportuhr mit Geschichte
Die Girard-Perregaux Laureato besitzt vieles, was Sammler an hochwertigen Sportuhren schätzen: eine nachvollziehbare Designgeschichte, eigenständige Manufakturkaliber und eine breite technische Entwicklung vom Quarzchronometer bis zur skelettierten Automatik.
Unsere Auswahl auf watch.de zeigt, wie unterschiedlich die Laureato heute interpretiert wird. Gerne beraten wir Sie bei der Entscheidung, welcher Zeitmesser am besten zu Ihnen passt – persönlich in unserem Stuttgarter Juweliergeschäft, telefonisch unter 0711 9330890 oder per E-Mail an info@watch.de. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!













