Jedes Jahr blickt die Uhrenwelt nach Genf und stellt im Grunde dieselbe Frage: Was macht Rolex? Zur Watches and Wonders 2026 feiert Rolex 100 Jahre Oyster, zeigt eine Daytona mit Emaille-Zifferblatt und nimmt ausgerechnet die GMT-Master II „Pepsi“ aus dem Programm. Während einige Rolex Neuheiten technisch und historisch tatsächlich interessant sind, wirken andere eher wie sehr gezielte Modellpflege. Denn Rolex bleibt Rolex: große Wirkung durch kleine Veränderungen. Nur muss man 2026 etwas genauer hinsehen, welche Neuheit wirklich Substanz hat und welche vor allem von ihrer Seltenheit leben dürfte.

Inhalt des Artikels:
- Rolex Oyster Perpetual 41: 100 Jahre wasserdichte Oyster
- Oyster Perpetual 36: Das verspieltere Jubiläumsmodell
- Oyster Perpetual 28 und 34: Gold mit viel Boutique-Charakter
- Datejust 41: Grünes Ombré, aber keine Revolution
- Cosmograph Daytona: Emaille-Zifferblatt und Sichtboden
- Yacht-Master II: Rückkehr mit neuem Kaliber
- Eingestellte Modelle: Die Pepsi ist weg
- Wie stark sind die Rolex Neuheiten 2026 wirklich?
Rolex Oyster Perpetual 41: 100 Jahre wasserdichte Oyster
Das zentrale Jubiläumsmodell ist die neue Rolex Oyster Perpetual 41 in Gelb-Rolesor. Rolex erinnert damit an 100 Jahre Oyster, also an jenes wasserdichte Gehäusekonzept, das 1926 vorgestellt wurde und bis heute einen Kern der Marke bildet. Die neue Ausführung kombiniert Oystersteel mit Gelbgold, allerdings zurückhaltender als bei klassischen Rolesor-Modellen. Gelbgold findet sich an der Lünette und Krone, nicht auf den Mittelgliedern des Oyster-Bands.

Neu ist vor allem die Gestaltung mit einem schieferfarbenen Zifferblatt, grünen Akzenten, dem Schriftzug „100 years“ bei 6 Uhr und einer Krone mit „100“-Markierung. Im Inneren arbeitet das Kaliber 3230, also kein neues Werk, sondern das bekannte automatische Manufakturkaliber mit Chronergy-Hemmung und rund 70 Stunden Gangreserve. Die Uhr bleibt, wie für die Oyster Perpetual typisch, bis 100 Meter wasserdicht.
Rolex Oyster PerpetualRolex-DNA entschlüsselt
Kritisch betrachtet ist das Jubiläum erstaunlich nüchtern ausgefallen. 100 Jahre wasserdichte Oyster hätten auch ein mutigeres Modell verdient. Stattdessen setzt Rolex auf ein Symbolmodell, das optisch eher Sammler als Überraschungssuchende abholt.
Oyster Perpetual 36: Das verspieltere Jubiläumsmodell
Deutlich auffälliger ist die neue Oyster Perpetual 36 mit mehrfarbigem Jubilee-Motiv. Das Zifferblatt arbeitet mit einem grafischen Muster, mehreren Farben und einer wiederholten Rolex-Typografie. Es erinnert an die experimentierfreudigere Seite der Oyster Perpetual, die Rolex in den letzten Jahren mit bunten Zifferblättern, „Celebration Dial“ und kurzlebigen Farbkombinationen geschickt kultiviert hat.

Mut zu Farbe, doch gleiche Technik
Technisch bleibt auch hier vieles bekannt: Oyster-Gehäuse, Oyster-Band, 100 Meter Wasserdichtheit und eine robuste Auslegung für den Alltag. Die Neuheit steckt also klar im Design und nicht im Werk.
Einerseits bringt diese Oyster Perpetual endlich wieder etwas Freude in die Kollektion. Andererseits ist genau das der Punkt, an dem Rolex zunehmend kalkulierbar wird: ein ungewöhnliches Zifferblatt, das hohe Aufmerksamkeit erzielt. Wer die Uhr bekommt, dürfte wenig falsch machen. Doch wer auf technische Innovation wartet, wird hier nicht fündig.
Oyster Perpetual 28 und 34: Gold mit viel Boutique-Charakter
Rolex erweitert die Oyster Perpetual außerdem um kleinere Goldmodelle in 28 und 34 Millimetern. Vorgestellt wurden Ausführungen in Gelbgold und Everose-Gold mit lackierten Zifferblättern und Indizes aus Naturstein, beziehungsweise steinartigen Akzenten.
Diese Modelle sind weniger Toolwatch und mehr Schmuckuhr. Die Oyster Perpetual entfernt sich in diesen Varianten spürbar von ihrem puristischen Einstiegsgedanken. Was einmal die reduzierteste Rolex war, wird hier zur edlen, fast dekorativen Goldvariante.
Für die Marke ist das logisch. Kleinere, kostbare Uhren gewinnen seit Jahren wieder an Bedeutung. Für Puristen bleibt aber die Frage, ob eine Oyster Perpetual in Gold noch dieselbe Aussage trifft wie ihre klassischen Stahlvarianten.
Bisherige Modelle der Oyster Perpetual
Datejust 41: Grünes Ombré, aber keine Revolution
Die Datejust 41 erhält 2026 ein grünes Ombré-Zifferblatt in Weiß-Rolesor. Rolex betont, dass dieses Ombré-Zifferblatt vollständig lackiert ist. Die Farbabstufung entsteht durch grüne Lackierung und anschließend schwarz aufgesprühte Ränder.

Das Ergebnis dürfte am Handgelenk deutlich präsenter wirken als es zunächst scheint. Gerade die Kombination aus grüner Rolex-Farbe, Weißgold-Lünette und klassischer Datejust-Architektur ist stark. Trotzdem gilt nur das Zifferblatt als Neuheit. Gehäuse, Proportion, Datumslupe, Oyster-Architektur und die grundsätzliche Technik bleiben vertraut.
Damit ist diese Datejust eine typische Rolex-Neuheit: sofort wiedererkennbar, wahrscheinlich begehrt, aber nicht wirklich neu im strukturellen Sinn. Wer die Datejust liebt, bekommt eine attraktive neue Variante. Wer eine Überraschung erwartet hat, eher nicht.
Alternativen zur neuen Datejust
Cosmograph Daytona: Emaille-Zifferblatt und Sichtboden
Die neue Cosmograph Daytona gehört zu den auffälligsten Rolex Neuheiten 2026. Rolex präsentiert sie in Rolesium, also einer Kombination aus Oystersteel und Platin. Hinzu kommen ein weiß emailliertes Zifferblatt, eine anthrazitfarbene Cerachrom-Lünette aus wolframreicher Keramik und eine Tachymeterskala mit horizontal angeordneten Ziffern, die an frühe Daytona-Modelle erinnern soll.

Besonders spannend: Das Werk ist durch einen Saphirglasboden sichtbar, gehalten von einem Platinring. Für Rolex ist das bemerkenswert, auch wenn Sichtböden in der Uhrenwelt längst normal sind. Hier passt er aber, denn die Daytona wird stärker als technisches Objekt inszeniert.
Diese Daytona ist stark und wirkt weniger wie eine sportliche Daytona für den Alltag, sondern eher wie eine Sammler-Daytona, die auf Materialeffekt, Historie und Seltenheit setzt. Daher ist sie auch nur im Off-Katalog erhältlich und für die Vitrine fast interessanter als für die Rennstrecke.
Weitere beliebte Daytona Referenzen
Yacht-Master II: Rückkehr mit neuem Kaliber
Die wichtigste technische Rolex-Neuheit 2026 ist vermutlich die Rückkehr der Yacht-Master II. Das Modell war 2024 aus dem Programm verschwunden und kommt nun überarbeitet zurück. Rolex spricht von einer vollständig neu gestalteten Countdown-Funktion mit mechanischem Speicher und Synchronisierung während des laufenden Countdowns. Programmiert wird nun über den unteren Drücker, die verbleibende Zeit wird gegen den Uhrzeigersinn angezeigt.

Neuer Look & neue Technik in Gelbgold und Weißgold
Im Inneren arbeitet das neue Kaliber 4162. Es ermöglicht die Regatta-Countdown-Funktion zusätzlich zur Anzeige von Stunden, Minuten und Sekunden. Außerdem lässt sich die Lünette in beide Richtungen drehen und ist nicht mehr mechanisch mit dem Werk verbunden. Rolex nennt zudem eine ausgeschnittene Schwungmasse und neue Finissierungen, darunter Rolex Côtes de Genève auf den Brücken.
Das ist endlich mehr als ein neues Blatt. Die Yacht-Master II bleibt mit 44 Millimetern groß und funktional speziell, aber sie wirkt 2026 klarer, lesbarer und mechanisch überzeugender. Ob das reicht, um die Uhr aus ihrer Nische zu holen, bleibt offen. Für Regatta-Segler ist sie funktional sinnvoll. Für viele Rolex-Fans bleibt sie wahrscheinlich weiterhin die komplizierteste Uhr, die sie nie wirklich brauchen.
Rolex Yacht-Master – für Weltmeere gemacht
Eingestellte Modelle: Die Pepsi ist weg
Der vielleicht größte Aufreger kommt nicht durch ein neues Modell, sondern durch eine Auslistung. Rolex hat die GMT-Master II „Pepsi“ mit blau-roter Cerachrom-Lünette aus dem Programm genommen. Betroffen sind sowohl die Stahlreferenz 126710BLRO als auch die Weißgoldreferenz 126719BLRO.

Damit endet vorerst eine der emotionalsten Varianten der GMT-Master II. Gerade weil im Vorfeld intensiv über eine mögliche „Coke“ spekuliert wurde, wirkt der Schritt umso deutlicher. Rolex ersetzt die Pepsi nicht einfach durch den erwarteten Nachfolger, sondern lässt eine Lücke stehen. Für den Markt dürfte das Folgen haben. Die Nachfrage nach bestehenden Pepsi-Modellen wird dadurch kaum sinken. Wahrscheinlicher ist, dass gut erhaltene Exemplare kurzfristig noch stärker in den Fokus rücken.
Beliebte Rolex GMT-Master II
Wie stark sind die Rolex Neuheiten 2026 wirklich?
Die Rolex Neuheiten 2026 sind kein Jahrgang der großen Überraschungen, aber auch kein belangloses Update. Die Oyster Perpetual trägt das Jubiläum der wasserdichten Oyster sichtbar, wenn auch sehr kontrolliert. Die Datejust bleibt klassisch, die Oyster wird teils luxuriöser und die Daytona deutlich exklusiver. Die Yacht-Master II liefert die eigentliche technische Neuerung des Jahres.
Und dann ist da die Pepsi. Ihr Aus bringt vielleicht mehr Gesprächsstoff als manche Neuheit. Genau darin zeigt sich Rolex 2026 besonders deutlich: Die Marke muss nicht nur neue Modelle vorstellen, um den Markt zu bewegen. Manchmal reicht es, eines der richtigen Modelle aus dem Sortiment zu nehmen.
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