Uhren Lexikon

So funktioniert die Lünette bei Armbanduhren

Lünette bei Fliegeruhren und Taucheruhren

Die Lünette ist ein wesentlicher Bestandteil bei Taucher- und Fliegeruhren. Sie ermöglicht aber auch bei anderen Armbanduhren beliebte Zusatzfunktionen, wie Kompass oder Countdown. Erfahren Sie hier alles zur Funktionsweise und entdecken Sie begehrte Uhrenmodelle, die mit einer feststehenden oder drehbaren Lünette ausgestattet sind.

Die Bezeichnung “Lünette” kommt aus dem Französischen und bedeutet “kleiner Mond”. So wie der Mond die Erde umrundet, umrandet die Lünette – als äußerer Ring – das Gehäuse einer Uhr. Dieser Ring ist entweder feststehend oder drehbar montiert. Je nach Ausführung erfüllt die Lünette eine spezielle Funktion und liefert dem Träger der Uhr einen echten Mehrwert.

Mit der Lünette entdeckten die Uhrmacher in den 1950er Jahren erstmals eine Möglichkeit, einer Uhr mehr Funktionen hinzuzufügen, ohne das Uhrwerk zu verändern.

Die feststehende Lünette

Feststehende Lünetten sind fest mit dem Uhrengehäuse verbunden. Sie dienen meist als Zierring und verleihen der Uhr einen zusätzlichen schicken Akzent. Verfügen sie über eine Skala, wie bei diesem Omega Speedmaster Chronographen, können sie auch zur Messung physikalischer Einheiten verwendet werden.

 

Die Drehlünette

…bei Taucheruhren

Die drehbare Lünette kommt am häufigsten bei den Taucheruhren zum Einsatz und dies seit den 1950er Jahren. Sie ist hier jedoch nur in eine Richtung drehbar. Mit dem Leuchtpunkt auf der Lünette kann der Taucher den Zeitpunkt des Abtauchens markieren. Dafür dreht er vor dem Tauchgang die Nullmarkierung (Leuchtpunkt) auf die Position des Minutenzeigers. Die Minutenmarkierungen auf der Lünette ermöglichen ihm dann das genaue Ablesen der verstrichenen Tauchzeit.

Sollte er während des Tauchens versehentlich gegen die Lünette stoßen und sich diese verschieben, kann sich die verbleibende maximale Tauchzeit aufgrund der einseitigen Drehrichtung nur verkürzen und nie verlängern. Der Taucher ist so immer auf der sicheren Seite und ein rechtzeitiges Auftauchen sichergestellt. Aus diesem lebensnotwendigen Grund ist die Lünette einer Taucheruhr also nur einseitig drehbar, wie bei dieser Omega Seamaster Professional Diver.

 

Die Lünette einer Taucheruhr ist insbesondere für die Bedienung mit Handschuhen extra griffig gestaltet. Anders als zu der hier beschriebenen Lünette, die außen auf dem Gehäuse sitzt, gibt es auch Lünetten, die sich unter dem Uhrglas befinden. Diese sind über eine zusätzliche Krone einstellbar und somit vor einer versehentlichen Veränderung der eingestellten Zeit geschützt, wie bei dieser IWC Aquatimer.

 

…bei Fliegeruhren

Bei Fliegeruhren darf und soll die Lünette in beide Richtungen verdreht werden können, denn dies ermöglicht mehrere nützliche Funktionen, wie zum Beispiel nautische Umrechnungen. Die Minutenskala auf der Lünette dient den Piloten als Navigationshilfe. Beim Start wird der Nullpunkt dafür exakt auf den Minutenzeiger gestellt. Auf der Lünette kann der Pilot nun die verstrichenen Flugminuten ablesen und erkennen, wann er seinen geplanten Richtungswechsel vornehmen muss.

Die Schweizer Manufaktur Breitling stattete 1941 die legendäre Chronomat mit einer Drehlünette aus. Dies ermöglichte dem Träger nautische Umrechnungen, die bis dahin während des Fluges umständlich mit Stift und Papier getätigt wurden. Die im Jahr 1952 hergestellte Navitimer besaß die gleiche Lünette.

Die beidseitig drehbare Lünette kann auch als Rechenschieber verwendet werden. Wenn sie dann noch eine logarithmische Skala aufweist, sind sogar Multiplikation und Division und damit beispielsweise die Umrechnung von Einheiten möglich.

…bei Uhren mit zweiter Zeitzone – GMT-Uhren

Bei Uhren mit einer zweiten Zeitzone ist eine 24-Stunden-Skala oder Weltzeit-Skala auf der Lünette abgedruckt. Die Lünette ist auch hier in beide Richtungen drehbar und die Funktionsweise hängt vom eingebauten Mechanismus ab. Bei den gängigen GMT-Uhren (Greenwich Mean Time), wie der Rolex GMT Master II, ist dafür neben dem Stunden- und Minutenzeiger ein weiterer GMT-Zeiger montiert, der die Uhrzeit der gewählten Zeitzone anzeigt. Der GMT-Zeiger hat meist eine markantere Farbe als die üblichen Zeiger. Um die Zeit für eine andere Zeitzone einzustellen, dreht man die Lünette einfach vorwärts oder rückwärts, bis der GMT-Zeiger die entsprechende Zeit des gewünschten Ortes auf der Welt anzeigt.

 

Weitere Anwendungen

Neben den gängigen Funktionen lässt sich eine Lünette auch für andere Aufgaben verwenden. Wenn sie über eine 360-Grad-Skala verfügt, lässt sich mit ihr die genaue Richtung feststellen. Solch ein “Kompass” ist vor allem für Sportler und Abenteurer eine nützliche Ergänzung.

Wenn die Lünette eine Tachymeterskala besitzt, lässt sich darüber beispielsweise die Geschwindigkeit für eine zurückgelegte Strecke ermitteln. So lässt sich zum Beispiel die Geschwindigkeit eines Segelbootes ermitteln, indem eine Boje während der Fahrt mit einer Leine von bestimmter Länge ins Wasser geworfen wird. Wenn sich die Leine komplett gestrafft hat, wird der Wert auf der Tachymeterskala über den Sekundenzeiger gestoppt. Dieser Wert wird mit der Länge der Leine multipliziert und ergibt so die Geschwindigkeit des Bootes.

Des Weiteren gibt es eine Countdown-Lünette (rückwärts laufende Minutenskala), die ein Herunterzählen ermöglicht.

Eine Lünette erweitert also meist die Funktionalität einer Uhr und wertet sie mit einem zugleich schicken Element auf. Entdecken Sie exklusive Markenuhren mit Lünetten in unserem Online-Shop auf www.watch.de. In unserem Fachgeschäft in Stuttgart Mitte berät Sie das Team von Juwelier Ralf Häffner auch gerne persönlich.

Ihr Juwelier Ralf Häffner

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