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Fliegeruhren – Legenden fürs Handgelenk

Grenzenlose Freiheit: Deshalb lieben vor allem Männer Fliegeruhren. Sie sind groß und robust, verströmen aber gleichzeitig einen Hauch von Abenteuer und Unabhängigkeit – also die idealen Begleiter zum Abheben.

Schon beim Einsteigen ins Flugzeug steigt bei den meisten Flugreisenden der Adrenalinpegel. Vielleicht erhascht man dann sogar einen kurzen Blick ins Flugzeug-Cockpit – schnell ist man überwältigt von der unglaublichen Vielzahl an Instrumenten und Anzeigen. Verwirrend doch auch imposant, dass die Piloten alles im Griff und Blick haben. Da scheint die Frage berechtigt zu sein, ob zu diesen Hilfsmitteln auch die Flieger- oder Pilotenuhren gehören. Früher hatte jeder Flugkapitän so einen Zeitmesser zur Unterstützung am Arm – doch diese Zeiten sind längst vorbei. Heute fliegen die Piloten ihre Boeings mit modernen Messinstrumenten per GPS und globalen Navigationssatellitensystemen.
Dennoch sind die markanten Piloten- und Fliegeruhren weiterhin geschätzte Wegbegleiter von so manchem Profi und Uhrenliebhaber. Das liegt zum einen an ihrer legendären Vergangenheit, schließlich galten diese Uhren einst als unverzichtbare Begleiter der Fliegerei. Während des Ersten Weltkriegs wurden beispielsweise Taschenuhren benutzt, die um das Handgelenk geschnallt oder im Cockpit befestigt wurden, um die Uhrzeit ablesen zu können. Fortschrittlicher hingegen wirkten die ersten Armbanduhren, die mit großen Leuchtziffern und -zeigern versehen waren. Bis heute hat sich am typischen Erscheinungsbild der Fliegeruhren kaum etwas verändert: Sie sind meistens schlicht, funktional und robust, haben häufig ein schwarzes Zifferblatt mit gut erkennbaren Zeigern und Zahlen. Mittlerweile zählen auch Fliegerchronographen zu den beliebten Uhrenmodellen. Eines zeichnet sie aber alle aus: Sie halten extremen Belastungen stand.

Männer träumen von Abenteuern

Bei der Entwicklung dieser Spezialuhren half kein Geringerer als Flug-Pionier Charles Lindbergh. Der amerikanische Flieger hatte 1927 in einem Einmann-Flugzeug den Atlantik von New York nach Paris überquert: Er schaffte diese Meisterleistung in nahezu 34 Stunden und flog dabei fast die ganze Zeit über dem offenen Meer. Danach wusste Lindbergh, was bei der Navigation hilfreich ist, und entwickelte gemeinsam mit der Firma Longines eine entsprechende Uhr. 1932 wurde diese Uhr vorgestellt, die eine einfache Längengradbestimmung erlaubte. Die sogenannte „Lindbergh„-Uhr ist in einer aktuellen Variante bis heute Teil der Longines-Kollektion und gilt als ein Klassiker unter allen Fliegeruhren.

Ein weiterer Klassiker für Piloten ist die „GMT Master“ von Rolex mit 24-Stunden-Zeiger für eine zweite Zeitzone. In den 50er-Jahren bestellte die amerikanische Fluggesellschaft „Pan Am“ eine Uhr mit schwarzem Zifferblatt, die die Standardzeit mit einem Extrazeiger im 24-Stunden-Format angeben konnte. Diese Standardzeit bezog sich auf die koordinierte Weltzeit, die für alle Flieger gilt. Als „GMT Master“ avancierte die Uhr schnell zu einem Instrument für Profis und gleichzeitig zum Liebling der Flugkapitäne und Testpiloten. Die „GMT Master“ hat sich ihren Charakter bis heute bewahrt – aktuell hat sie eine widerstandsfähige Keramiklünette bei einem Durchmesser von 40 Millimetern.

Noch höher hinaus ist nur die Omega „Speedmaster“ gekommen, die 1962 zum ersten Mal ins All geflogen ist. Anlass genug für Omega, 2012 die Sonderedition „First Omega in Space“ aufzulegen. Diese macht auch ihre Verwandtschaft zur „Speedmaster Moonwatch“ deutlich, jener Uhr, die die erste offizielle Mission zum Mond begleiteten durfte. Ein waschechtes Abenteuer, das zeigt, wovon Männer heute noch träumen: Eine Fliegeruhr am Handgelenk bedeutet zugleich die Eroberung der Lüfte, das schwerelose Abheben, der Aufbruch zu Herausforderungen und atemberaubenden Abenteuern.

Luxus für die Lüfte

Eine Fliegeruhr besticht grundsätzlich durch ihre Funktionalität, also Bedienbarkeit und Ablesbarkeit bei Tag und Nacht, sowie Widerstandsfähigkeit. Die Uhr muss einen wechselnden Umgebungsdruck, schwankenden Temperaturen und Vibrationen aushalten, stoß- und schlagfest sein sowie wasserdicht. Eine wichtige Rolle spielt auch die Genauigkeit, auf die Piloten schon immer angewiesen waren. Denn nur eine präzise Uhr erlaubt das Stoppen von sekundengenauen Zwischenzeiten.

Dazu zählen auch die Fliegerchronographen des deutschen Herstellers Hanhart. Deren Charakteristikum war ein rot lackierter Drücker, der davor warnen sollte, den Chronographen unbeabsichtigt zurückzustellen. Das Detail des roten Drückers ist heute wieder äußerst aktuell: So war das 130-jährige Firmenjubiläum für Hanhart idealer Anlass, sich auf die Geschichte der Fliegerchronographen zu besinnen und ein limitiertes Modell zu präsentieren. „Pioneer Stealth 1882“ besitzt alle Merkmale der historischen Vorbilder, die zeitgemäß neu interpretiert wurden.

Ganz in die Anfänge der Fliegerei zurück geht auch die „Santos“ von Cartier, deren Entstehungsgeschichte mit zwei Persönlichkeiten verbunden ist – Louis Cartier, dem kreativ-genialen Schöpfer von Juwelen und Uhren sowie dem brasilianischen Flugpionier Alberto Santos Dumont. Dieser hatte sich bei Cartier darüber beschwert, wie unmöglich es wäre, während des Fliegens eine Taschenuhr aus der Jacke zu ziehen und zu lesen. Er wünschte sich eine praktischere Lösung. Cartier entwickelte daraufhin 1906 das Modell „Santos“: eine Uhr für das Handgelenk mit sichtbar verschraubter Lünette und technischem Design, das sich auch ästhetisch von den damaligen Taschenuhren hervorhob. Immer wieder modernisiert, ist die „Santos“ noch heute Bestandteil der Kollektion und tritt mit großer, kantiger Krone sowie klar hervorgehobener Verschraubung energisch auf.

Wegen ihrer Optik nicht unbedingt als typische Fliegeruhr aber trotzdem eine weitere Ikone der Luftfahrt: Von IWC stammt die „Mark XI“, die von 1948 an als schlichte und legendäre Fliegeruhr für Jahrzehnte Militär- und Zivilpiloten zuverlässig diente. 1994 als „Mark XII“ wiederauferstanden, erwuchs daraus eine ganze Modellfamilie von IWC. Aktuelle Variante ist die „Mark XVI“ mit klassischem schwarzen Zifferblatt, Automatikwerk und Datum.

Jede Menge Funktionen bietet ein legendärer Zeitmesser: die „Navitimer“ von Breitling, die seit ihrer Geburtsstunde 1952 etliche Modell-Überarbeitungen durchlaufen hat. Das einst funktionale Piloteninstrument gilt bis heute als der Bestseller mit eigenem Breitling-Manufakturwerk. Anfänglich war es beabsichtigt, eine ganz neue Pilotenuhr zu kreieren – quasi ein Armaturenbrett für das Handgelenk. Denn die „Navitimer“ bietet die Möglichkeit, dank drehbarer Lünette und logarithmischer Skalen flugspezifische Berechnungen auf einfache Art durchzuführen, etwa Geschwindigkeit, Benzinverbrauch oder Steig- und Sinkflugraten zu ermitteln. Aus dieser Kombination von Uhr, also Timer, und Navigation entstand der Name „Navitimer“ – was wie Navigation und nicht wie Navy ausgesprochen wird. Das Gesicht der „Navitimer„, die zu den Technikikonen des 20. Jahrhunderts zählt, hat Breitling fast unverändert beibehalten.

Eine etwas preisgünstigere Fliegeruhr-Variante kommt von der Firma Laco aus Pforzheim. Laco blickt dabei auf eine lange Tradition zurück. Seit 1925 werden Uhren in höchster Präzision hergestellt. Dabei stehen Qualität und klares Design im Mittelpunkt. Daher auch das unverwechselbare Design der Fliegeruhren, die ihren Ursprung in den 40er Jahren haben und bis heute nicht mehr aus der Uhrenwelt wegzudenken sind.
Im Hause Laco bauen Uhrmacher unter strengen Qualitätsvorgaben Uhren, die das Wort Handwerkskunst verdient haben – so beispielsweise auch die Laco große Fliegeruhr Replika Baumuster BHandaufzug, die nach mit schwarzem Zifferblatt gestaltet und entsprechend dem original Baumuster B mit arabischen Leuchtziffern versehen ist. Besonders raffiniert: Bei der Produktion der Fliegeruhren kommen spezielle Techniken zum Einsatz, die nur von Laco verwendet werden.

Beobachtungsuhren

Im Gegensatz zu den Fliegeruhren haben Beobachtungsuhren meist kein Datum oder andere Komplikationen. Sie sind eher groß und haben stark leuchtende Zeiger und Zahlen, damit die Ablesbarkeit auch nachts zu garantieren. Eine berühmte Beobachtungsuhr stammt von der Firma Stowa. Die Stowa Flieger B-Beobachtungsuhr 1942 Vintage 55mm verfügt über Kolbenzahnankerhemmung, polierter Stahlanker und Ankerrad, Schwanenhals Feinregulierung und Breguet Spirale. Der Hersteller Walter Storz aus Pforzheim baute die Stowa-Uhr 1942 – das Gewicht der Uhr inklusive Armband beträgt gerade mal 160 Gramm. Die seltene Uhr ist auf watch.de für 4.999 Euro erhältlich.
Deck- und Beobachtungsuhren stellten von jeher ganz besondere Anforderungen an Ablesbarkeit und Ganggenauigkeit. 1942 wurde auch die Stowa Taschenuhr KM Kriegsmarinegebaut. Diese Beobachtungsuhr kam auf Schiffen zum Einsatz. Sie diente zum einen der Zeitanzeige auf Deck, wurde jedoch auch zum Zeitabgleich mit der Seewarte benutzt. Die Stowa Beobachtungs-Uhr wurde von den Offizieren der Marine zur Unterstützung bei der Navigation benutzt. Um diese Uhrenmodell zu schützen, gab es sogar extra angefertigte Holzkästen. Die Stowa Taschenuhr blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – sie war Zeitzeuge des Zweiten Weltkrieges und darf sich deshalb zurecht als eine historische Taschenuhr bezeichnen. Von der Original Uhr wurden insgesamt nur 288 Stück gebaut.

Fliegeruhren sind also echte Stilklassiker und ein zeitlos-elegantes Statement am Handgelenk. Traditionsreiche Uhrenmarken wie Rolex, Omega und Breitling zählen Fliegeruhren sogar zu ihren erfolgreichsten Modellen. Die Armbanduhren im sportlichen Design sind eine perfekte Wahl für Uhrenkenner, die Wert auf einen zeitlosen Stil legen. Die charismatischen Fliegeruhren von IWC und Laco fallen auf, ohne jedoch aufzufallen – Uhrenliebhaber erkennen die berühmten Modelle meistens trotzdem auf den ersten Blick.
Wer authentisch und stilsicher überzeugen will, greift also am besten auf Uhren im klassisch-eleganten Design aus den Anfängen der Luftfahrtgeschichte zurück.

Auf watch.de finden Sie eine entsprechende Auswahl an Marken-Fliegeruhren, ganz nach Ihrem Geschmack.

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